ein volksfeind

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nach henrik ibsen in einer neufassung von rainer erler

Thomas Stockmann ist zufrieden und glücklich! Zurück in seinem Heimatstädtchen hat er ein gutes Auskommen als Kurarzt und seine schwangere Frau an seiner Seite. Doch die mit Spannung vom Doktor erwartete Nachricht aus Oslo bringt schreckliche Gewissheit: Das Wasser der Heilquellen, mit der das Bad und damit die Zukunft des Städtchens gespeist wird, ist hoffnungslos verseucht. Stockmann will den Skandal an die Öffentlichkeit bringen, zum Wohle der Menschen und der Stadt. Er fordert, dass der Schaden behoben werden müsse – koste es, was es wolle! Doch damit stößt er auf die Ungnade seines Bruders. Thorsten Stockmann, Landrat und Vorsteher der Kurverwaltung, sieht die Stadt und damit das Wohl der Bürger in Gefahr, wenn die sogenannte Wahrheit ans Licht kommt. Das Kurbad müsste geschlossen werden und finanziellen Einbußen würden jeden in der Stadt treffen und Existenzen zerstören. Damit wäre dem Städtchen also keineswegs geholfen. Es kommt zum Streit unter den Brüdern. Was zählt mehr - das Wohl der Gemeinde oder das Wohl der Kurgäste? Ist man mehr seinem Gewissen verpflichtet oder seinen Mitmenschen? Muss in einer Demokratie der Wille des Volkes siegen oder die Wahrheit?
„Ein Volksfeind“ in einer Neufassung von Rainer Erler stellt die Frage des Gewissens, die Frage nach der Wahrheit und nach demokratischen Grundsätzen und damit die Frage, in was für einer Welt wir leben wollen.

regie: Moritz Peters
bühne und kostüm: Jörg Zysik

mit: Zlatko Maltar, Christoph Bahr, Lara-Christine Schmidt, Thomas Hatzmann, Arno Kempf, Carlo Sohn
Burghofbühne Dinslaken 2016

http://www.burghofbuehne-dinslaken.de

 

Presse

Auch in Moritz Peters' bewundernswert sachlicher Inszenierung von Rainer Erlers Neufassung des "Volksfeinds" kommt der Moment, in dem sich der Badearzt vergisst. (...) Ausgehend von Hannah Arendts Überlegungen zum Verhältnis von Philosophie und Politik und Michel Foucaults Idee der Parrhesia verdichtet Moritz Peters Ibsens Abrechnung mit der bürgerlichen Gesellschaft zu einem philosophischen Diskurs. (...) Das Stück bekommt eine zweite Ebene. Ein wunderbar gedankenklarer Dialog zwischen Spiel und Diskurs entwickelt sich. Peters stellt komplexe philosophische Fragen auf eine pragmatische, leicht zugängliche Weise zur Diskussion.

Nachtkrik, Sascha Westphal, 30.1.2016

 

Gastregisseur Moritz Peters inszeniert das Stück über Fakten und Meinungen, Interessen, Macht und Geld als politisch-philosophische Debatte, in der die Schauspieler ihre Positionen frontal zum Publikum hin vertreten. (...) Per Loop-Technik wird in Peters Inszenierung, die sich durch formale Klarheit und Konzentration auf den Text auszeichnet, aus der Hetze des Bürgermeisters Volkes Stimme. (...) (Ein) überzeugender, engagierter Theaterabend. (...) Langer Applaus für eine äußerst homogene Ensembleleistung.

NRZ, Bettina Schack, 1.2.2016

 

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