satt

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Marianna Salzmann

Goscha, eine junge Frau mit Migrationshintergrund, fühlt sich nirgendwo zugehörig. In Russland herrschen Angst und Aberglaube und Deutschland wirkt mit seiner Ordnung, Bildungsbürgerlichkeit und “Leitkultur” auch nicht wirklich einladend. Sie wird nicht heimisch im “Wunderland”, das Mutter Larissa mit so vielen Hoffnungen verband. Während diese alles tut, um sich anzupassen und ihren Töchtern eine Zukunft zu ermöglichen, reibt sich Goscha an einer für sie nicht nachvollziehbaren Wirklichkeit, sucht gemeinsam mit Freund Steff den Nervenkitzel beim Umherstreifen im U-Bahntunnel und auf Raubzug in den Lebensmittel-Müllcontainern der Supermärkte. Goschas Schwester Su flüchtet ihrerseits lieber in die virtuelle Realität. Dort ist sie als Junge unterwegs und erlernt den Sprachcode der Internetgemeinde. Im Netz findet sie die Gemeinschaft, die sie sonst vermisst. Steff indes meint, dass man etwas wollen muss, machen, nicht nur meckern und “ein wenig über die Politik verzweifeln”. Er plant etwas Großes, eine riskante, Aufsehen erregende Aktion. Und da will Goscha dabei sein, um ihrer Wut endlich Luft zu verschaffen.
Es ist der Wunsch gesehen zu werden und dazu zu gehören, das Aufbegehren gegen die Isolation und die Ohnmacht, was diese vier Menschen – jeden auf seine Art – umtreibt. “Satt” beschreibt in pointierten Dialogen und mit lakonischem Humor die Sehnsucht nach Authentizität und Integration.
Text: Marc-Oliver Krampe, Schauspiel Essen

Regie	Moritz Peters
Bühne	Lisa Rohde 
Kostüm 	Christina Hillinger
Mit	Floriane Kleinpaß, Sibylle Mumenthaler, Jannik Nowak, Jele Brückner
Schauspiel Essen 2011

 

Presse

Peters trotzt dem (Drama Satt von Marianna Salzmann) einiges an szenischer Phantasie ab, entwickelt vor einer tristen Sichtbetonmauer mit einfachen Mitteln schöne Ideen und kriegt die Kurve zum tragischen Ende.
Süddeutsche Zeitung 12.12.2011, Vasco Boenisch

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