der prozess

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nach Franz Kafka in einer Bearbeitung von Moritz Peters

Eingeladen zum NRW Theatertreffen 2014

Der Bankangestellte Josef K. wird am Morgen seines 30. Geburtstages verhaftet. Doch es wird keine Anklage formuliert, und er darf auch sein alltägliches Leben weiterhin in Freiheit führen. Dennoch lasten ab jetzt unweigerlich das Gefühl der Ohnmacht sowie die Frage nach Schuld auf ihm. K. macht sich also auf die Suche, scheint aber stets Spielball eines undurchschaubaren bürokratischen Systems zu bleiben. Sein Weg, gesäumt von erotischen Eskapaden und absurd-­unheimlichen Abenteuern, führt ihn in verschiedensten Episoden immer wieder in eine nicht von ihm beeinfluss- oder beherrschbare Lage. Sind es Prüfungen, denen er unterzogen wird? Und welche Gesetze walten dort eigentlich? Franz Kafkas Roman “Der Prozess”, zwischen 1914 und 1915 entstanden, Fragment geblieben und posthum erschienen, zeigt parabelhaft das sinnentleerte Dasein und ziellose Streben des Individuums in einer anonym gewordenen Welt. Dem Protagonisten steht eine geschlossene Ordnung gegenüber, die nicht nur ihrem eigenen Regelwerk folgt, sondern sich auch in allen Lebensbereichen manifestiert – in der Arbeit, in den zwischenmenschlichen Beziehungen, sogar in der Kirche findet K. plötzlich Angehörige dieses Gerichts. Dass er die systemische Eigenlogik erst erfüllt, indem er mitspielt, ist K. dabei kaum bewusst. So wird er immer tiefer in ein Labyrinth hineingezogen. Da ihm die herrschenden Regeln unbekannt sind, kann er letztlich nur verlieren: Das Todesurteil wird vollstreckt, ohne vorherige Verkündung. Damit geht K. zugrunde an einer Welt, die sich längst jeder Sinnhaftigkeit entzogen hat.

 

Regie: Moritz Peters
Bühne: Lisa Rohde
Kostüm: Christina Hillinger
Musik: Tobias Schütte
Video: Daniel Frerix
Mit: Floriane Kleinpaß, Jörg Malchow, Thomas Büchel, Axel Holst, Johann-David Talinski
Schauspiel Essen 2013

http://www.schauspiel-essen.de/stuecke/der-prozess.htm

 

Presse

“Es braucht eine starke Form für Kafkas ′Prozess′ – das Team um Moritz Peters bringt sie mit. […] Die Inszenierung ist kein schwarzes Theater, nicht schwer und drückend, sondern intelligent, präzise, leicht, mobil und beherzt in ihrer Klarheit.”
K-West, November 2013, Andreas Wilink

Spannendes Bildertheater
“Eine fantasievolle und dramaturgisch dichte Inszenierung von Franz Kafkas ′Der Prozess′ hat Moritz Peters, der das Romanfragment auch für die Bühne bearbeitet hat, ins Grillo-Theater gebracht – und erntete bei der Premiere stürmischen Applaus.[…]
Der Regisseur lässt seine fünf Protagonisten in zunehmend surrealen Bilderwelten agieren.
Da schweben riesige schwarze Ballons über die Bühne, da kämpft K. gegen fast bühnenhoch aufgeblasene Luftmännchen, der Traum von seinem Tod läuft als Zeichentrickfilm ab, und der Maler zieht aus seinem Selbstmörder-Gürtel Konfetti-Bomben.
Spannendes Bildertheater, in dem die spielfreudigen Schauspieler mit ihren vielen Rollenwechseln überzeugen.”
Ruhr Nachrichten, 22. Oktober 2013, Britta Helmbold

Ein Klassiker, neu zu entdecken
”Pflichtstoff in der Schule, dazu oft bedeutungsschwanger in der Kunst ausgedeutet. Doch nun ist in Essens Grillo-Theater eine ganz andere Sicht von Franz Kafkas ”Prozess” zu sehen. Ein Besuch lohnt sich.
Der junge Regisseur Moritz Peters (32) konfrontiert die Zuschauer da nicht nur mit einem rasant eingerichteten Dialog-Feuerwerk. Seine hellsichtige Einrichtung entdeckt, wie viel Komik in Kafkas Werk der Befreiung harrt.[…]
Jörg Malchow als zentrale Figur K. ist der einzige der fünf Schauspieler, der nur diese eine Rolle absolviert. Weniger Angst und Verzweiflung lässt er spüren, eher schon die Neugier eines Außenstehenden auf den Fortgang der Dinge. Alle anderen Akteure betätigen sich als Gestaltenwandler, schlüpfen von einer Rolle in die nächste. Peters forciert den Ablauf auf der schiefen Ebene von Bühnenbildnerin Lisa Marie Rohde, ohne dass ein Eindruck von Gehetztheit entsteht. […] Immer wieder setzen die Schauspieler Glanzlichter. Axel Holst korrigiert in einem großartigen Solo das Bild des bräsigen, bettlägerigen Advokaten Huld, indem er in einem Wortschwall die groteske Komik des Gerichtsapparates offenlegt. […] Langer Applaus.”
WAZ, 21. Oktober 2013, Arnold Hohmann

 

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