penthesilea

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nach Heinrich von Kleist

Ein Solo für eine Schauspielerin und fünf Kassettenrecorder


„Hundekomödie; Acteurs: Helden und Köter und Frauen.“
Kleist selbst notierte dies zu PENTHESILEA – voll brutaler Selbstironie. Hier das Männerheer der Griechen; dort die Amazonen: Bräute des Gottes Mars, die nur Töchter gebären und dies nur von Männern, die den Frauen im Kampf unterlagen. In Botenberichten als „war-reporting“ und Introspektiven der emotional Rasenden entrollt Kleist einen Kampf „erboster Wölfe“, in dem die Grenze zwischen Mord und Lust verschwimmt. Die Amazonenkönigin Penthesilea liebt den Helden Achill, doch als die ihn im Kampf erobern will, unterliegt sie und verliert daraufhin das Bewusstsein. Achill, der sie wiederliebt, will sich ihr kampflos ergeben, doch im Liebesrausch zerfleischt Penthesilea ihn. Das Unbewusste, die Sucht nach Verschmelzung und Vereinigung mit dem Geliebten hat die Macht übernommen. „Küsse, Bisse, das reimt sich, und wer Recht von Herzen liebt, kann schon das eine für das andre greifen.“ Aus dem Rausch erwachend muss sie die Folgen ihrer Tat erkennen, und tötet sich daraufhin mit der Kraft ihrer eigenen Gedanken selbst.


Kleist sandte 1808 die Tragödie an Goethe, aber der Meister in Weimar konnte mit dem Stück nicht viel anfangen: Eine Amazonin, deren Liebesworte zu den schönsten deutscher Sprache gehören, und die gleichzeitig zu Kannibalismus fähig ist, verstörte Goethe. Erst 65 Jahre nach Kleists Selbstmord (1811) wurde PENTHESILEA uraufgeführt. Die Abgründe sind geblieben.

 

Regie, Idee, Ausstattung: Moritz Peters
Mit: Agnes Decker


Eine Kooperation von DECKERPETERS und dem Zimmertheater Tübingen 2016

http://www.zimmertheater-tuebingen.de/spielplan/penthesilea-5410

 

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