lachsfieber

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Moritz Peters

“Ich dachte hier seien Herdplatten.”
Ein Mann tritt auf um für die Zuschauer zu kochen. Doch nichts ist vorbereitet. Kein Verantwortlicher. Nirgends.
Und so steht er ratlos auf der Bühne und beginnt zu reden und zu handeln. Genau wie in seinem Leben. Allein mit dem Ich. Sein eigener Regisseur. Richtig machen kann man eigentlich nichts. Nur immer wieder handeln. Doch zu was führt das? Wo will, ja kann man sich guten Gewissens engagieren? Wofür uneingeschränkt eintreten? Was tun? Wie handeln?
Diesem Konflikt der Moderne versucht sich Lachsfieber auf ironisch bitter ernste Weise zu nähern.
Im Versuch sein Rezept und sein Verhältnis zu Lachs und Nahrung im Allgemeinen zu schildern, verstrickt der Mann sich immer tiefer in philosophische Betrachtungen und ökologisch-antikapitalische Thesen. Und plötzlich erzählt uns der junge Mann seine ganz persönliche Tragödie. Der Tod seiner Freundin durch verdorbenen Fisch, löste eine Sinnsuche aus, die unmittelbar mit den pervertierten Auswüchsen der Globalisierung und der Unfähigkeit sich klar zu positionieren, verknüpft ist.
Immer wieder musste er feststellen dass er keine Entscheidung treffen kann die ohne Einschränkung den eigenen Werten entspricht. Er trifft immer auf Widersprüche die für Ihn nicht zu akzeptieren sind. Dabei kann er aus der Perspektive des Gegenübers dessen Beweggründe durchaus nachvollziehen.
“Ich versteh echt immer alle. Irgendwie!”
Im Willen etwas “reines, edles, aufrichtiges” zu schaffen, möchte er an diesem Abend in einer rituellen Zeremonie seinen selbst gezüchteten Lachs opfern um “das Fisch-Mensch-Gleichgewicht wieder ins Lot” zu bringen. Doch selbst das geht schief. Keine Herdplatten, kein Verantwortlicher, kein Sinn. Nirgends.
“Der Fisch. Er ist umsonst gestorben. Trotzdem. Ich werde die Rechnung begleichen.” Der Mann trifft eine letzte Entscheidung. Deren Konsequenz ist nicht relativierbar, sondern ultimativ.
Den eigenen Tod.

 

Regie, Autor		Moritz Peters
Bühne, Kostüm		Lisa Rohde
Mit			Sebastian Tessenow
Schauspiel Essen 2010

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