michael kohlhaas

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nach heinrich von kleist - fassung Moritz Peters

Wer war dieser Michael Kohlhaas, der in der Mitte des 16. Jahrhunderts in Brandenburg und Sachsen für Unruhe sorgte – ein Opfer bürokratischer Mühlen und machtpolitischer Ignoranz, ein Kämpfer für Gerechtigkeit, Racheengel oder verblendeter Terrorist? Kleist beschrieb ihn in seiner 1810 veröffentlichten Novelle als einen „der rechtschaffensten zugleich und entsetzlichsten Menschen seiner Zeit“ und die Cottbuser Bühnenadaption will der Frage nachgehen, warum sich dieser unbescholtene Mann derart radikalisierte. Alles beginnt damit, dass der im Brandenburgischen ansässige Rosshändler Michael Kohlhaas mit Reitpferden unterwegs ist, um sie auf Sachsens Märkten zu verkaufen. An der Burg des Junkers Wenzel von Tronka wird er aufgehalten und soll einen Passierschein vorweisen. Kohlhaas will das geforderte Dokument nachreichen und lässt als Pfand zwei Pferde zurück. In Dresden erfährt er, dass es einen solchen Passierschein nicht gibt, und findet bei seiner Rückkehr die Tiere abgemagert und damit wertlos vor. Auch sein dort gelassener Knecht wurde misshandelt und fortgejagt. Gegen dieses Unrecht reicht Kohlhaas beim Kurfürsten von Sachsen eine Klage ein, die durch den Einfluss der Familie von Tronka abgewiesen wird. Weitere Versuche, sich auf juristischem Weg Gehör und Recht zu verschaffen, misslingen. Als seine Frau in Berlin eine Bittschrift abgeben will und dadurch ums Leben kommt, lässt Kohlhaas alles hinter sich. Bewaffnet und von ehemaligen Knechten begleitet, beginnt er einen Rachefeldzug gegen den Junker Wenzel von Tronka. Seinem fliehenden Feind auf der Spur, brennt er dessen Burg nieder, setzt Wittenberg und Leipzig in Flammen und macht sich mit seiner Selbstjustiz zum Staatsfeind. Es dauert nicht lange, bis der Fall die höchsten politischen Kreise erreicht.

premiere freitag, 26. Mai 2017

regie: Moritz Peters
bühne, kostüm: Lisa Marie Rohde

mit: Michael von Bennigsen, Kristin Muthwill, Mathias Kopetzki
Staatstheater Cottbus 2017

http://www.staatstheater-cottbus.de/programm/schauspiel/artikel_michael-kohlhaas.html

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